Kalte Schnauze

Als Österreicherin kenne ich diese Süßigkeit nicht aus Kindstagen, aber in Berlin kommt man nicht drumrum. Meine Variante des fancy NoBake Nachtisches besteht aus Schokolade, dem harten aus der Kokosmilch Dose, Sahne und Butterkeksen. Die Symbiose aus Keks und Schokolade hat es mit der Prinzenrolle auch schon in jedes Verkaufsregal geschafft, somit kann man quasi nichts falsch machen. Und die Kinder meinten, es wäre der beste Nachtisch, den sie je gegessen haben. 

Für das Herz habe ich mir zuerst die Größe der Backform im Schnitt aufgezeichnet und diese in 2mm (für die Schokoschicht) und 4mm (für die  Butterkekse) Schichten unterteilt. Insgesamt waren es bei mir 9 Schichten Butterkekse. So sah meine Zeichnung dazu aus:

Rezept:

700g Schokolade (meine Wahl Ritter Sport: 400g Alpenmilch, 300g Zartherb)
150g Kokosfett (das Harte aus der Kokosmilch Dose)
250g Sahne
2 Packungen Butterkekse (seid vorsichtig damit, außer ihr wollt kein Muster stapeln, dann ist das nicht so wichtig)

Zu allererst wird die Kuchenform mit Klarsichtfolie ausgelegt. So lässt sich die fertige Süßigkeit nämlich problemlos wieder rausnehmen. Am Rand habe ich die Folie mit Klammern festgeklemmt, damit sie nicht beim Schichten wieder nach unten rutschen kann.

Die Schokolade wird dann oder währenddessen über dem Wasserbad gemeinsam mit dem Kokosfett und der Sahne geschmolzen. Ich habe mit einer Schicht Schokolade begonnen. Ihr schichtet nun nach und nach die Schokolade und die Kekse. Seid etwas sparsam mit der Schokolade. Ich habe sie mit einem Backpinsel immer noch an die Seiten verteilt. So entstanden schöne dünne Schokoschichten. Die Form kommt dann für ein paar Stunden in den Kühlschrank.

Gut durchgekühlt und durchgezogen schmeckt der kalte Hund am besten!

Lasst es euch schmecken!
Daniela

Gebackene Polsterzipf

Ich habe als Studentin nebenbei in einer Bäckerei gearbeitet (vielleicht kommt daher die Vorliebe für Süßes?), da gab es immer ein 4+1 Angebot für Polsterzipf aka Marmeladentaschen. Wir haben sie jeden Morgen frisch aufgebacken.

Üblicherweise kommen sie in einer Dreiecksform daher, aber ich war am Wochenende so kreativ und habe Herzen, Sterne, Dreiecke, Vierecke aus dem Teig gestochen und diese dann mit Marmelade befüllt. In Österreich wird gefühlt alles mit Marillen- oder Ribiselmarmelade befüllt, aber ich war heute so Revoluzzermäßig unterwegs, dass ich mich für Himbeermarmelade entschieden habe. Und manche hätten sogar Himbeermarmelade mit weißer Schokolade als Füllung. Meine Mama könnte das ja nicht, da muss immer alles so sein, wie es schon immer war. Ihr hättet mal miterleben müssen, wie ich einen Apfelstrudel NICHT aus Strudelteig gemacht habe. Oh weia! (und dann hat’s auch noch geschmeckt)

Jedenfalls – wenn man einmal so Revoluzzermäßig unterwegs ist, dann fallen einen plötzlich ganz viele Füllungen ein. Zwetschkenmus (Powidl) mit und ohne Schokolade beispielsweise oder sogar nur Schokolade. Ich glaube, meine Kinder werden über das Backergebnis glücklich sein.

Eine Hälfte habe ich eingefroren. Ich werde euch in ein paar Wochen davon berichten, ob dieser Nachtisch einfach aufzubacken ist – damit man sich ein lobendes „Wann hattest du denn dafür Zeit?“ ergattern kann.

Rezept (für ca. 35 Stück)

250g Mehl 405
250g Butter
250g Quark 20%
Schale einer halben Bio-Zitrone

Marmelade und/oder Füllung nach Wahl
Staubzucker/Puderzucker

Für den Teig verrührt ihr in der Küchenmaschine die Zutaten. Da der Teig auch „falscher Blätterteig“ genannt wird, soll er auch noch gefaltet werden, damit er beim Backen schön luftig wird. Dafür rollt ihr den Teig in ein Rechteck, faltet ihn je ein Drittel zur Mitte von links und rechts, rollt ihn nochmal aus und faltet ihn nochmal.

Danach darf sich der Teig erstmal für mind. 1 Stunde im Kühlen ausruhen.

Für’s Ausrollen lege ich den Teig zwischen zwei bemehlte Frischhaltefolienstücke, das klebt dann nicht so am Nudelholz und gefühlt rollt sich der Teig gleichmäßiger aus. Nach dem Ausrollen stecht ihr die gewünschten Formen aus, verteilt Marmelade darauf (nicht sparen, sonst schmecken die Polsterzipf etwas trocken) und schließt es mit dem Gegenstück. Bei Dreiecken/Vierecken schneidet ihr am besten Vierecke aus und faltet die eine Hälfte über die andere. Geschlossen habe ich die Taschen durch das Festdrücken des Teiges mit den Gabelspitzen.

Bei 200 Grad lässt ihr die Taschen ungefähr 15-17min backen. Danach bestäubt ihr sie mit Staubzucker.

Guten Appetit!
Daniela

Baiserherzen mit Sahne und Himbeeren

Gruselig geht’s bei meinen Schwiegereltern zu: als Dessert kommen hier und da Blutspuren im Schnee auf den Tisch! Einfach zu- und vorbereitet, für viele Leute perfekt und sehr lecker. Abwechselnd werden gesüßte Sahne, gefrorene Himbeeren und Baiserhäubchen in einer großen Schüssel geschichtet, die dann bestenfalls ein paar Stunden zieht. Da mir dieser Nachtisch so gut schmeckt und jetzt bald Valentinstag ist (für manche gruuuuuuselig, daher ist das Rezept noch passender), habe ich es etwas abgewandelt und Valentinstagstauglich zubereitet.

Valentinstag kann man mögen oder eben auch nicht. Ich bin natürlich auch der Meinung, dass es diese Tage nicht geben sollte, sondern jeder Tag besonders ist und das auch dem Partner, Kindern etc zeigen soll. Im Alltag gehen diese kleinen Aufmerksamkeiten aber dennoch oft unter oder werden gar nicht als solche wahr genommen. Meinen wir den Ausflug mit den Kindern gut, ist das Wasser garantiert um 0.1 Grad zu kalt, oder es fehlt eine Sprudelperle im Mineralwasser oder was auch immer. Für Unzufriedenheit gibt’s hier zur Zeit des Geschehens genügend Gründe – im Nachhinein waren es natürlich immer die besten Erlebnisse! Jedenfalls, hier und da im Alltag ein Herzchen einzubringen, sorgt für eine gelungene Aufmerksamkeit, da hat sich noch niemand beschwert, dass es unförmig wäre. Der Valentinstag sorgt zumindest dafür, dass wir aktiv daran denken, jemanden eine Freude zu bereiten. Zumindest bei mir. Es braucht keine drölf Rosen, daher habe ich jetzt ein paar Alltagsrezepte so einfach abgewandelt, dass sie plötzlich für mehr Liebe sorgen <3

Die Basis bilden Baiserherzen. Dafür verwendet ihr am besten das Baiserrezept ohne den gefriergetrockneten Himbeeren und spritzt Herzchen auf die Silikonmatte. An den Rand muss noch eine 2. Ebene, damit die Sahne danach besser Halt findet. Ich habe als Rand gespritzte Pünktchen ohne Absetzen gesetzt, das war auch als Laie schaffbar und sieht auch nach wunderschönen Perlen aus.

Rezept:
http://undeineprisesalz.de/2019/01/baiser-mit-gefriergetrockneten-himbeeren-rezept-gelingsicher/

Aus der Masse spritzt ihr Herzen auf die Silikonmatte und umrandet diese zusätzlich noch. Auf die Baiserherzen kommt geschlagene – wenig gesüßte – Sahne mit etwas Bourbonvanille und darauf setzt ihr eine frische Himbeere.

Guten Appetit!
Daniela

Baiser mit gefriergetrockneten Himbeeren

2019 – ich fange wieder an. Liegt es an der weiteren Elternzeit oder tatsächlich am neuen Jahr? Jedenfalls – ich bin zurück und sehr motiviert. Zum Start gibt es Baiserhäubchen mit gefriergetrockneten Himbeeren, einfach weil ich etwas Farbe in der grauen Winterzeit schön finde. Und Himbeeren immer gut schmecken.

Und zum ersten Mal sind mir Baisers tatsächlich so gelungen, wie sie sein sollten. Ohne Risse, ohne Luftlöcher innen. Im Rezept verrate ich euch, wie ich das hinbekommen habe.

Ihr könnt den Geschmack natürlich auch variieren. An Weihnachten macht ihr zB statt der Himbeeren Zimt, Lebkuchen- oder Spekulatiusgewürz dazu. Und macht Ringe oder andere Formen, um sie auch auf den Baum hängen zu können.

Rezept (für 2 Bleche):

4 Eiklar Gr. L
200g Zucker
1 TL Zitronensaft, frisch gepresst
1.5TL gefriergetrocknete Himbeeren, Pulver
und eine Prise Salz

Ich habe nur ganze gefriergetrocknete Himbeeren gefunden, daher habe ich ca. 2 Esslöffel Himbeeren mit einem Hexler zu Staub püriert, die offensichtlichen Kerne habe ich händisch entfernt.

Für das Baiser mischt ihr erst alle Zutaten außer den gefriergetrockneten Himbeeren mit dem Schneebesen. Dann kommt die Rührschüssel über einen Topf mit heißem Wasser und erwärmt alles so lange, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Bei mir hat das ca. 5 Minuten gedauert. Der Zitronensaft macht übrigens, dass die Masse stabiler wird.

Dann kommt die Rührschüssel (bei mir) zur KitchenAid und die Masse wird so lange auf hoher Stufe gemixt, bis sie fest und glänzend ist. Tatsächlich war die Masse aber auch nicht so fest, dass schon Luftblasen entstanden sind. Ich denke, es waren wieder ca. 5 Minuten.

Mit der Teigspachtel habe ich dann das Himbeerpulver untergerührt. Ihr könnt nun mit dem Spritzsack entweder Häubchen oder Herzchen oder was auch immer spritzen. Bei 100 Grad wird das Baiser ca. 2h getrocknet. Einfacher ließen sie sich übrigens von der Silikonbackmatte lösen als von einem normalen Backpapier.

Danach müsst ihr sie übrigens wirklich luftdicht verschließen, weil sie sonst bei Raumtemperatur sehr klebrig werden. Falls das passieren sollte, trocknet ihr sie einfach im Backofen für ca. 20 Minuten wieder nach – kein Problem!

Guten Appetit!
Daniela

Shortbread mit Dinkelmehl

Vergesst Walker’s Shortbread und probiert dieses Rezept. Es ist nicht nur fein buttrig, sondern kommt auch noch einem leichten salzigen Abgang daher. Und einem Knack beim Abbeißen. Zusätzlich sorgt das Dinkelmehl für einen leicht nussigen Geschmack. Bitte probiert das Rezept nicht mit Weizenmehl, sondern holt euch Dinkelmehl 630. Ich garantiere euch, dass es sich definitiv lohnt – es ist sozusagen nicht nur von mir abgesegnet, sondern auch noch von Herrn und Klein undeineprisesalz. Das mag für euch vielleicht kein Maßstab sein, aber für mich ist es das wirklich. Der Herr im Hause mag nämlich nicht so gern süßes, er hätte am liebsten eine Chili con Carne Torte 🙂

Das Rezept ergibt ungefähr 12 Stück, auf den Fotos seht ihr 6 – die anderen sind so schnell verschwunden, wie sie gebacken wurden.

Zutaten für ca. 12 Stück:

125g weiche Süßrahmbutter
60g Zucker
0.25 TL Bourbonvanille
1.25 TL weißes Salz
220g Dinkelmehl 630

Vermixt in der Küchenmaschine die Butter mit dem Zucker und den Gewürzen. Danach gebt ihr nach und nach das Mehl hinzu und lässt den Teig so lange kneten, bis es eben ein Teig ist (und keine Brösel mehr). Rollt den Mürbteig zwischen 2 Klarsichtfolienstücken so gut wie es geht ca. 7mm dick rechteckig aus (probiert es unbedingt mit den Klarsichtfolienstücken, ihr werden keinen Mürbteig mehr ohne diesen Tipp ausrollen). Schneidet das Rechteck nun in 12 Stücke, stecht mit der Gabel ca. 3x je Kekse kleine Löchlein und lässt diese am besten im Kühlschrank für 1h kühlen. Dieser Schritt ist notwendig, da die Kekse im Backofen sonst zerfließen. Schneidet den Teig aber unbedingt vor dem Kühlen, danach bricht er zu leicht.

Nach dem Kühlen backt ihr die Shortbreads bei vorgeheizten 180 Grad ca. 15 Minuten auf der mittleren Schiene. Fertig sind sie, wenn an der Unterseite bereits ein leicht goldenbrauner Rand entstanden ist. Auf dem 3. Foto könnt ihr das gut erkennen.

Abkühlen lassen und genießen.

Mjammjammjam, so einfach und dennoch so aussagekräftig!
Lasst es euch schmecken,
Daniela

[In der Weihnachtsbäckerei…] Mürbe Linzer Augen

In der Weihnachtsbäckerei,
gibt’s so manche Leckerei *sing*

Der Ofen glüht, die Heizung braucht in der Küche niemand – es herrschen sommerliche Temperaturen. Wie gut, denn langärmlig backen mag ich nämlich so gar nicht. Ich liebe Weihnachtskekse, aber bisher habe ich mich immer mit einer Schuhschachtel voller Kekse von meiner Mama verwöhnen lassen. Dieses Jahr habe ich es irgendwie geschafft, dass ich nun für 10 ErzieherInnen unserer Kita Kekse als Geschenk backe. Ich frage mich immer noch wie. Nach diesem kleinen Schock habe ich gestern gleich 230 Linzer Kipferl gebacken. Die Linzer Augen sind nämlich schon wieder aufgegessen, daher muss ich die Weihnachtsbäckerei etwas Größer angehen 🙂

Für euch gibt’s heute ein Rezept für die MÜRBSTEN Linzer Augen der Welt. Für mich sind diese Kekse zusammen mit Vanillekipferln echt die besten Kekse, aber ein bisschen Auswahl tut dem Gaumen gut. Schaut sie euch an:

Zutaten (für ca. 35 fertige Linzer Augen)
240g Mehl
140g Butter
2 Dotter
70g Puderzucker
Schale einer halben Bio Zitrone
und 1 Prise Salz

Johannisbeermarmelade

Aus den Zutaten mixt ihr schnell einen Mürbteig (am besten gehts mit dem Flachrührer) in eurer Küchenmaschine, knetet ihn mit der Hand kurz fertig und lasst ihn im Kühlschrank ein paar Minuten rasten, damit er sich besser ausrollen lässt. Danach stecht ihr die Kekse aus und backt sie bei 175 Grad für ca. 9 Minuten. Kurz überkühlen lassen, dann lassen sie sich leichter vom Backpapier lösen. Die kalten Kekse befüllt ihr mit Marmelade (mit einem Spritzsack und einer kleinen Kreistülle, so gehts am besten) und bestäubt sie danach mit Puderzucker.

Lasst es euch gut schmecken!
Daniela

Und hier kommt unser kleinster Schlingel: